Laktattest zur Bestimmung der körperlichen Leistungsfähigkeit
Die Körperzelle benötigt für ihre Funktionsbereitschaft und für die Durchführung ihrer Funktionen eine bestimmte Energiemenge. Diese Energie gewinnt sie entweder durch Stoffwechsel mit Nährstoffen und Sauerstoff (aerob) oder durch Stoffwechsel ohne Sauerstoff (anaerob). Der anaerobe Stoffwechselweg mit seinem Endprodukt Laktat, ist gegenüber dem oxidativen Abbau der Nährstoffe (mit Sauerstoff) weit weniger ökonomisch. Zur Gewinnung gleicher Mengen an Energie muß die einzelne Zelle bei anaerobem Stoffwechsel 15 mal mehr Nährstoff (Glucose) umsetzen, als unter aeroben Bedingungen. Es kommt daher zu einem sehr raschen Verbrauch der Energiereserven und zur Ermüdung. Die Laktatkonzentration im Blut läßt daher bedingt Rückschlüsse auf die Stoffwechselsituation arbeitender Muskeln zu. Bei einem Anstieg der Laktatkonzentration auf 2mmol/l spricht man von aerob/anaerobem Übergang, bei einer Konzentration von 4mmol/l von aerober Schwelle. Die aerobe Schwelle wird auch Ausdauergrenze genannt, weil sie bei Ausdauersportlern eine brauchbare Auskunft über die muskuläre Leistungsfähigkeit gibt oder anders gesagt: je später bei körperlicher Belastung die Laktatkonzentration im Blut und damit im Muskel ansteigt, desto besser trainiert ist er.
Entscheidend dabei ist aber nicht ein einzelner aktueller Laktatwert, sondern die Laktatkonzentration bei einer definierten körperlichen Belastung im Rahmen eines Laktattestes.
Wie läuft ein Laktattest ab?:
- Dauer ca. 60 Minuten
- Definierte, ansteigende körperliche Belastung z. B. auf einem Fahrradergometer unter Kontrolle von Herzfrequenz und Blutdruck
- Regelmäßige Blutabnahmen am Ohr
- Analyse der Bluttropfen auf ihre Laktatkonzentration
Danach Darstellung der Zusammenhänge von
- Laktatkonzentration
- Pulsfrequenz
- Erreichter Leistung
Trainingsempfehlungen können dann in Abhängigkeit von den Meßergebnissen gegeben werden.
Wer sollte einen Laktattest machen?
Körperlich Gesunde, die Informationen zu ihrem derzeitigen Fitness-Stand haben und diesen verbessern möchten. Dies können Einzelpersonen sein, aber auch Sportvereine in der Trainingsvorbereitung.