Diagnose Hämorrhoiden!
Etwa jeder zweite Erwachsene leidet irgendwann in seinem Leben unter schmerz-
haften Hämorrhoiden. Die Patienten leiden je nach Schwere unter Symptomen wie
Blutungen, Juckreiz oder Nässen, verbunden mit einem dumpfen Schmerz bzw. mit
einem Fremdkörpergefühl.
Die Hämorrhoiden werden wie folgt eingeteilt:
Grad I |
Leicht erweiterte Knoten nicht vorfallend. |
Grad II |
Erweiterte Knoten, die beim Stuhlgang vorfallen können sich aber wieder selbst wieder zurückziehen. |
Grad III |
Stark erweiterte Knoten , die in den Analkanal zurückgedrückt werden müssen |
Grad IV |
Sehr stark erweiterte Knoten, die ständig aus dem After herausragen. |
Bei Auftreten von Blutungen sollte immer auch nach einer weiteren Blutungsquelle im Darm geforscht werden. Hier ist zumindest eine Rektoskopie (Spiegelung des End- darmes etwa 15 bis 20 cm) angezeigt. Bei Patienten ab 40 sollte bei einer rektalen Blutung eine Koloskopie (Spiegelung des gesamten Dickdarmes mit einem flexiblen Gerät) erfolgen. Je nach Schweregrad der Erkrankung kann man Hämorrhoiden 1. bis 2. Grades mit einer Verödungstherapie behandeln oder mit einer Gummiband-Saugligatur unterbinden. Höhergradige Hämorrhoiden müssen operativ versorgt werden, es gibt verschiedene Operationsverfahren, bei denen die H&aum;morrhoiden abgeschnitten werden. Die Wun- den müssen offengelassen werden, da sonst eine Entzündung durch den täglichen Stuhlgang erfolgen würde. In der Regel eine schmerzhafte Behandlung, die mit einer Krankheitsdauer, je nach Beruf und je nach Befund, von 4 bis 6 Wochen einhergeht. Die Patienten scheuen daher den Gang zum Arzt.
H.A.L (Hämorrhoidal-Arterien-Ligatur)
Ein neues Operationsverfahren,
die sogenannte
H.A.L (Hämorrhoidal-Arterien-Ligatur)
nimmt dieser Erkrankung jetzt den Schrecken.
Bei dieser Operation wird ein spezielles
Instrument mit einem Außendurchmesser von
nur 25 mm in den After eingebracht. Mit einer
Ultraschallsonde werden die zuführenden
Hämorrhoidalarterien punktgenau geortet und
sicher umstochen und abgebunden. Dadurch
reduziert sich die Blutzufuhr zu den
Hämorrhoiden, der Druck in den Gefäßen sinkt
und nach 10 bis 14 Tagen schrumpfen die
Hämorrhoiden.
Der Patient spürt so gut wie keinen Schmerz,
da die Operation in einer schmerzfreien Zone
des Analkanals erfolgt. Eine Narkose ist nicht
erforderlich, eventuell eine geringe Sedierung.
Auch postoperativ treten keine wesentlichen
Schmerzen auf, eventuell für einige Stunden
ein Druckgefühl, wie bei Stuhldrang.
Normalerweise besteht Arbeitsfähigkeit am
nächsten Tag.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Entscheidend weniger Schmerzen, keine Narkose erforderlich!
- Arbeitsfähigkeit nach einem Tag
- Behandlungsdauer 20 bis 30 min
- Auch für höhergradige, leicht blutende Hämorrhoiden geeignet
- Erfolgsquote von ca. 95 %